Erkrankungen der Harnwege bei der Katze

Die Blasenentzündung

Wenn man die Katze dabei beobachtet, daß sie sehr häufig die Katzentoilette aufsucht, verzweifelt versucht Urin abzusetzen, ohne daß Flüssigkeit aus der Harnröhre kommt, dabei schreit und weint, dann liegt der Verdacht auf eine Blasenentzündung nahe. Auffällig dabei ist, daß oft ein trüber - zuweilen sogar blutiger - Urin abgesetzt wird.
Bei diesen Symptomen sollte schnellstens tierärztlicher Rat eingeholt werden. Bei der Untersuchung kann manchmal auch eine deutliche Schmerzhaftigkeit beim Abtasten der Blase festgestellt werden. In schweren Fällen haben die Katzen sogar Fieber. Leider sind bei einer chronischen Blasenentzündung die Symptome nicht so deutlich.

Außer einer Verdickung der Blasenwand, die man auf dem Röntgenbild oder beim Ultraschall erkennt, ist nichts zu finden. Um eine Blasenentzündung erfolgreich zu therapieren, ist es notwendig, den Harn zu untersuchen. Dabei ist es nicht sinnvoll, wenn der Besitzer den Harn aus der Katzentoilette entnimmt.
Am besten ist es, den Harn direkt aus der Blase zu gewinnen. Der Tierarzt macht das unter Ultraschallkontrolle. Mit einer sterilen Nadel sticht man direkt neben dem Ultraschallkopf durch die Bauchwand, die vorher gründlich desinfiziert wurde, in die Blase hinein und zieht Harn auf. Mit diesem sehr sauber gewonnenem Harn wird genau festgestellt, welche Keime schuld an der Entzündung sind, welche Antibiotika oder Chemoterapeutika am besten helfen, ob eventuell Harnsteine bzw . Harnkonkremente (Brösel) - und wenn ja welche - vorhanden sind.
Jetzt kann der Tierarzt eine gezielte Therapie einleiten (Antibiotikum), deren Ziel es ist, Keime völlig abzutöten oder die weitere Bildung von Steinen und Konkrementen zu verhindern (gezielte Diät).
Wichtig ist immer, daß die Therapie ausreichend lange durchgezogen wird. ( Antibiotika evtl. mehrere Wochen; Diät u. U. ein ganzes Katzenleben lang ). Am Ende einer Therapie mit Antibiotika kann eine nochmalige Harnuntersuchung sinnvoll sein.

Eine zusätzliche Wirkung hat die Ansäuerung des Urins, da im leicht sauren Milieu die Medikamente besser wirken. Dazu wird vom Tierarzt eine Paste verordnet, die die Patienten meist problemlos fressen. Bei schweren Schmerzen infolge einer Blasenentzündung wird der Tierarzt zusätzlich krampflösende Mittel injizieren oder als Tabletten geben, damit der Patient leichter Harn absetzen kann.

Urolithiasis (Harnsteine)

Das bedeutet, daß größere Konkremente aus Mineralsalzen und Mukoproteinen in den Harnwegen gefunden werden. Diese bestehen meist aus Tripelphosphaten (anders als beim Hund ). Die Tiere versuchen verzweifelt Urin abzusetzen, was aber nur tropfenweise gelingt: die letzten Tropfen können dabei blutig sein! Durch den Harnstein kann es wiederum zu einer ganz massiven Blasenentzündung oder sogar zu einer Vergiftung des Körpers mit Harnstoff kommen. Die einzige Therapiemöglichkeit besteht durch einen chirurgischen Eingriff, bei dem die Steinchen aus der Blase entfernt werden bzw. in einem - nur unter einer leichten Narkose durchführbaren - Freispülen der Harnröhre. Bei der Nachbehandlung sind eine gezielte Antibiotikatherapie und eine Diät wichtig, die lange Zeit durchzuführen sind.

Wichtig bei den oben geschilderten Erkrankungen ist ein schnelles und gezieltes Handeln, und eine ausreichend lange Behandlung.

Wir wünschen Ihnen viel Freude mit Ihrem Tier!